Heidelberger Elterntraining

Frühe Sprachförderung von Kindern mit allgemeiner Entwicklungsstörung

Einleitung

Das Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung bei Kindern mit allgemeiner Entwicklungsstörung ist eine Adaptation des bisherigen Heidelberger Elterntrainings für Eltern von Kindern mit isolierter Verzögerung in den sprachlichen Fähigkeiten. Viele Kinder mit einer allgemeinen Entwicklungsstörung weisen neben einer verlangsamten motorischen und/oder kognitiven Entwicklung auch Defizite in den kommunikativen Fähigkeiten auf. Sie haben Schwierigkeiten im Verstehen von Sprache und verfügen über das zweite Lebensjahr hinaus nur über einen sehr geringen aktiven Wortschatz. Dies kann es Bezugspersonen erschweren die Kommunikationssignale des Kindes zu deuten und adäquat auf dessen Bedürfnisse zu reagieren. Im Rahmen des Elterntrainings lernen die Eltern Möglichkeiten kennen, um ihrem Kind den Einstieg in den Spracherwerbsprozess zu erleichtern. Sie erfahren, wie sie ihr Kind im alltäglichen Umgang sprachlich anregen und wie sie bestimmte Situationen z. B. das Anschauen von Bilderbüchern gezielt sprachförderlicher gestalten können. 

Das HET GES wurde von Buschmann & Jooss entwickelt.

Ziele

Die Eltern sollen befähigt werden, sensibler auf die Kommunikationssignale des Kindes zu reagieren und ihr Sprachangebot optimal auf das Kind abzustimmen. Dadurch kommt es zu einer Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion und die kommunikativen und sprachlichen Fähigkeiten des Kindes erweitern sich.

Zielgruppe

Dieses Training wurde speziell an die Bedürfnisse von Familien mit Kindern, die in verschiedenen Entwicklungsbereichen einschließlich der sprachlichen Entwicklung deutlich verzögert sind, angepasst (z. B. bei Down-Syndrom, Entwicklungsstörung unklarer Genese u. a.). 

Hauptzielgruppe sind Eltern von zwei- bis vierjährigen Kindern mit deutlich eingeschränkten sprachlichen Fähigkeiten.

Für Eltern von Kindern mit Deletionssyndrom 22q11 findet jährlich ein HET zur gezielten Sprachförderung 2- bis 5jähriger Kinder statt. Das Heidelberger Elterntraining für diese Zielgruppe wurde von Frau Dr. Anke Buschmann entwickelt und jedes Jahr im Frühjahr an zwei Wochenenden in Zusammenarbeit mit dem Verein KiDS-22q11 organisiert. Mehr Informationen finden Sie im Flyer und in folgender Fachliteratur.

Inhalte

Die Schwerpunkte des Trainings liegen in folgenden Bereichen:

  • Förderung allgemein kommunikativer Fähigkeiten
  • Einsatz von kommunikationsunterstützenden Gebärden (GuK)
  • Kennenlernen allgemeiner Sprachfördermöglichkeiten sowie gezielter Sprachlehrstrategien
  • Einsatz von Bilderbüchern
  • Bedeutung des gemeinsamen Spiels
  • Optimierung des Sprachangebots in alltäglichen Situationen
  • Bedeutung von Sprach- und Bewegungsspielen

Die Vermittlung der Inhalte geschieht interaktiv unter aktivem Einbezug der elterlichen Kompetenzen.

Folgende Methoden kommen zum Einsatz:

  • Präsentation
  • Gemeinsames Erarbeiten
  • Videoillustrationen
  • Üben in Kleingruppen
  • Bearbeiten eigener Videosequenzen
  • Häusliches Üben

Organisation

  • Das Training enthält 7 Gruppensitzungen zu je 2 Stunden, die im zweiwöchigen Abstand stattfinden, sowie 1 Einzeltermin mit Eltern und Kind.
  • Nach einem halben Jahr findet ein Nachschulungstermin statt.
  • Das Training findet in einer Kleingruppe von maximal 10 Personen ohne Kinder statt.
  • Zu jeder Trainingseinheit erhalten die Eltern schriftliches Material.
  • In Vorbereitung einer Kursteilnahme findet eine Überprüfung der kommunikativen/sprachlichen Fähigkeiten des Kindes statt. Mit den Eltern wird ein persönliches Vorgespräch geführt.

Das Elterntraining wird ausschließlich von zertifizierten Fachleuten durchgeführt.